Was kann der Auslöser von Hufrehe sein?

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Was kann der Auslöser von Hufrehe sein?



1. Grund


Entgegen der früheren,  landläufigen Meinung, dass das Eiweiss eine Hufrehe auslöst, weiss man heute,  dass bestimmte Kohlenhydrate (Zucker, Stärke und Fruktan) dafür verantwortlich sind. Wir können somit bei Hufrehe von einem Zuckerüberschuss oder einer Zuckervergiftung sprechen.


Die Zuckervergiftung bei "normalen" Pferden aufgrund der Aufnahme von zuvielen Kohlenhydraten zeigt sich in einer akuten Hufrehe,  wie man sie aus der gängigen Literatur kennt und bei uns in der Rubrik "Hufrehe" beschrieben ist.


Nun gibt es Pferde, welche unter einer Stoffwechselkrankheit - unter sogenannter Insulinresistenz leiden. Darunter versteht man ein vermindertes Ansprechen
der Zellen des Körpers auf das Hormon Insulin. Das Insulin ist das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann  Vor allem die Muskulatur, die Leber
und das Fettgewebe reagieren bei Insulinresistenz  weniger empfindlich gegenüber dem Hormon Insulin. Ein Zuckerüberschuss bei diesen Tieren zeigt sich in einer chronisch/schleichende Hufrehe.


Um dem Tier die entsprechende Fütterung zukommen zu lassen,  sollte unserer Meinung nach alle Hufrehe-Pferde auf Insulinresistenz überprüft werden. Ein an für sich etwas aufwendiger Test,  welcher sich jedoch auf  die Zukunft des Pferdes gesehen, sicherlich auszahlt.


2. Grund


Lassen Sie uns als ein weiterer Hauptgrund -  das Metabolische Syndrom - als oftmaligen Auslöser für eine Hufrehe ansehen.


Das Metabolische Syndrom zeigt sich bei Mensch und Tier bei dauerhafter Ueberernährung und mangelnder Bewegung. Beide Faktoren begünstigen oder provozieren die Entgleisung des Stoffwechsels und das Ganze muss aus diesem Grund mit Fug und Recht als Wohlstandserkrankung angesehen werden. Der grösste Teil unserer Pferde werden zu gut gefüttert und zu wenig bewegt. Bei Boxenpferden ist eine Stunde Bewegung gegenüber dem zur Verfügung stehenden Futterangebot viel zu wenig. Es sollte unbedingt versucht werden, den Körper des Tieres durch genügende Bewegung dazu zu veranlassen,  Energie zu verbrennen und nicht in Depots anzulagern. Sollte keine Hufrehe ausgelöst werden besteht doch zumindest die Anfälligkeit für Hufrehe (beim Menschen droht der Herzinfarkt).


Wieder einmal mehr müssen wir auf die kontrollierte Fütterung eines Pferdes hinweisen. Pferde die am Metabolischen Syndrom leiden sollten unbedingt entsprechend behandelt werden  (Fütterung nach einem genauen Futterplan, Maulkörbe auf der Weide etc.),  bevor eine plötzlich auftretende Hufrehe eine entsprechende Intervention, sprich Behandlung,  verunmöglicht resp. sehr, sehr erschwert.


3. Grund


Oftmals sind Pferde ab dem 18. Alterjahr von einer Fehlsteuerung - und nicht wie häufig angenommen einem Tumor - in der Hirnanhangdrüse betroffen, welche ein sogenanntes "Cushing" auslöst. Cushing zeigt sich nicht immer offensichtlich - jedoch sind die Anzeigen dafür wie folgt:


  • Langes, krauses Fell auch im Sommer
  • Langer Fesselbehang
  • schlechte Konstitution
  • das Pferd schwitzt immer etwas
  • geschwächtes Immunsystem
  • schlechte Bemuskelung
  • Neigt sehr stark zu Hufabszessen







Der alte Shetlandpony-Wallach "Sebbi" (Jg. 66!) zeigt deutliche Cushing-Anzeichen.

Ob bei einem Pferd Cushing vorliegt, kann mit einem Labortest nachgewiesen werden. Eine Behandlung von Cushing ist in der Regel medikamentös möglich. Das Medikament ist jedoch relativ teuer, und muss über einen längeren Zeitraum verabreicht werden.

 

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