Im Oktober 2009 kaufte ich mir mein erstes Pferd einen Fjord Wallach mit dem Namen „Fjordin". Er war mein ganzer Stolz, obwohl ich nach einem heftigen Sturz Angst vom Reiten hatte und ich damals schon 58 Jahre alt war. Ich hatte mich relativ schnell in ihn verliebt, denn er hat so ein Fragezeichen ob seinen Augen.
Als unsere Tochter und ich das erste Mal ausritten sagte sie mir, dass ich doch einfach ein Lied singen solle - falls Angst in mir aufkommen würde. Welches ich gesungen habe sage ich jedoch lieber nicht. Doch es ging alles gut und so folgten noch ein paar Ausritte.
Nach ca. 1 Monat entschlossen wir uns, unsere Pferde barhuf gehen zu lassen also entfernten wir die Hufeisen. Es ging 2 Monate mehr schlecht als recht, da riet uns unsere damalige Hufpflegerin doch einen Hufschutz zu benutzen. Doch auch mit Hufschuhen ging „Fjordin" zusehends schlechter, bis er eines Tages hohes Fieber machte und ich den Tierarzt holen musste. Er diagnostizierte eine starke Erkältung und verschrieb ihm Antibiotika.
Eines Tages, rief mich mein Mann vom Reiten an und sagte, dass „Fjordin" jetzt überhaupt nicht mehr laufen könne und ich den Tierarzt wiederum rufen müsse. Der kam und stellte eine Hufrehe fest. In der Folge liessen wir „Fjordin" im Stall und begannen damit, ihm jede Stunde seine Hufe zu kühlen.
Auch sehr viel laufen sollen wir (wurde uns gesagt) also machten wir dies und gingen regelmässig mit dem Pferd spazieren. Doch ich hatte für ca. 300 Meter eine Stunde und musste mir selber eingestehen, dass es dies in dieser Art und Weise ja auch nicht sein könne, obwohl die damals beigezogene „Fachperson" mir bestätigte, dass ich „Fjordin" ohne Probleme wieder reiten könne!
In meiner Not rief ich Frau Krieg von der Firma Hoofgoove an und wollte mir spezielle Hufschuhe für Hufrehepferde kaufen. Sie empfahl mir daraufhin am Telefon, das ich doch mal mit dem Barhufteam in Engelberg Kontakt aufnehmen solle. Die seien auf Hufrehe spezialisiert und wohnen ja in der Nähe von mir. Was, in der Nähe von mir, ich wohne ich Wünnewil und Engelberg ist doch in der Innerschweiz. Nein, nein nicht dieses Engelberg - das Engelberg bei Bösingen.
Gesagt getan, ich rief sie an und sie kamen noch am gleichen Tag bei mir vorbei.
Die Diagnose war eindeutig - Hufrehe!
Die Situation wurde derart schlimm beurteilt - und erst heute verstehe ich die Zusammenhänge - dass ich „Fjordin" - sollte er überhaupt eine Chance haben - in die vom Barhufteam betriebene Station bringen müsse.
Mein erster Gedanke war - unmöglich! Ich kann meinen „Fjordin" doch nicht weggeben. Ich habe ihn ja noch nicht so lange. Ich fing an zu weinen und das Barhufteam meinte daraufhin, ich solle es doch Ueberschlafen und am nächsten Tag wieder Bescheid geben.
Es war ja nicht nur das ich „Fjordin" weggeben musste, auch das Finanzielle musste ich überdenken, meinen Stall weiter zahlen und dann noch die Pflege für „Fjordin". Obwohl man mit dem Barhufteam richtig gut sprechen kann - es stehen hier nicht finanzielle Gründe im Vordergrund, sondern das Wohl der Pferde - standen nun doch Mehrkosten ins Haus. Zum Glück habe ich einen ganz, ganz lieben Mann der mir unter die Arme griff. Nach einer schlaflosen Nacht und Tränen die nicht mehr trocknen wollten, entschlossen sich mein Mann und ich, „Fjordin" diese Chance zu geben.
Am nächsten Tag kam das Barhufteam und holte mein Pferd ab. Als ich jedoch sah, wo er hingekommen ist, ging es mir schon wieder viel besser, denn dort hatte er viele Spielkameraden und Leidensgenossen und er lebte sich sehr schnell und gut ein.
Da der Engelberg bei Bösingen ja nur 10 Minuten von mir zuhause weg ist, konnte ich ihn relativ viel besuchen.
Als ich nach geraumer Zeit wieder einmal in Engelberg war, sah ich das „Fjordin" kaum noch gehen konnte und war in der Folge wieder am Tränen vergiessen. Man erklärte mir daraufhin, dass ein Abszess im Anmarsch sei welcher dem Pferd weh tue. Er (der Abszess) werde in der nächsten Zeit heranreifen und dann herauskommen. Danach solle es dem Pferd sofort wieder gut gehen. Dies komme bei Hufrehepferden regelmässig vor und sei kein Grund zur Beunruhigung. Was ich noch sagen muss, sie haben ihn natürlich auch geröntgt und er wiess an einem Huf 10° und am andern Huf 12° Rotation auf (was eigentlich nicht so gravierend ist). Und trotzdem - Hufrehe ist Hufrehe, es gibt ja auch nicht nur „ein bisschen Schwanger"!
Ich dachte zu mir, ja, ja - redet mir das ruhig ein! Ein Abszess, dies ist doch wieder ein neuer Hufrehschub. Aber es war nicht so, es war wirklich ein Abszess welcher hochgewandert ist und nach ein paar Tagen trat am Kronsaum das Eiter raus (und wie)! Von da an ging es meinem „Fjordin" wieder viel besser.
„Fjordin" bekam die Hufrehe auch nicht vom Gras - nein - er war einfach viel zu dick, und ich als Greenhorn was Pferde anbelangt, habe alles geglaubt. Wenn mir wieder mal eine Futterfirma sagte, ich solle doch noch dies und jenes Futter- und Zusatzfuttermittel gegen Hufrehe ausprobieren - es wurde bestellt und verfüttert. Dass er jedoch viel zu dick sein könnte (was ich auch gesehen habe, aber nicht wusste was ich ihm noch zu fressen geben sollte) hat mir bis zu diesem Zeitpunkt niemand gesagt. Zumindest vom Tierarzt hätte ich eine fachkundigere Beurteilung der damaligen Situtation erwarten müssen.
„Fjordin" war ganze 9 Monate in Engelberg, hat ca. 200 kg abgespeckt, keine Hufrehe mehr und ist einfach ein neues Pferd - der den Namen „Fjordin" behalten hat. Er hat wieder Freude am Gehen und ist viel umgänglicher geworden. In Engelberg hatte er auch Spielgefährten welche ihm hin und wieder die Schranken aufzeigten.
Das Barhufteam sagte mir - in Absprache mit dem dortigen Tierarzt - was und wie viel er noch fressen darf und alle 5-6 Wochen schauen sie bei mir vorbei um die Hufe zu schneiden. Heute weiss ich, dass wenn irgendwas mit „Fjordin" nicht stimmt, das Barhufteam und ihr Tierarzt immer für uns da sind, und dies ist wunderschön zu wissen.
Ich danke auch ganz herzlich Frau Krieg, welche nicht einfach Hufschuhe verkauft, sondern mir den Tipp mit dem Barhufteam geben hat. Wenn sie nicht gewesen wäre - ich weiss - „Fjordin" würde nicht mehr leben!
Ich danke dem Barhufteam aufs Liebste wie sie „Fjordin" gehegt und gepflegt haben, auch ohne sie würde mein Pferd nicht mehr leben.
Ich danke aufs Liebste meinem Mann der mir so fest unter die Arme gegriffen hat, auch ohne ihn würde es „Fjordin" nicht mehr geben.
Ich appelliere an alle, die diesen Beitrag lesen und ein Hufrehe krankes Pferd Zuhause stehen haben, geben sie es dem Barhufteam und sie bekommen nach kurzer Zeit (gemessen an einem Pferdeleben ist es ein Nichts) ein wunderbares gesundes Pferd zurück.
Was ich noch ganz wichtig finde, glauben sie dem Barhufteam! Ich habe in den 9 Monaten sehr viele Pferde gesehen, welche noch schlimmer Hufrehe als „Fjordin" hatten. Alle sind heute gesund und munter.
Vor allem halten Sie sich an die Fütterungsempfehlungen wenn Ihr euer Pferd wieder nach Hause bekommt, denn - ein Rest Risiko bleibt!
Eure Marianne Bürki
...und noch ein Dankesschreiben
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